AMS Camp: Ein selbstorganisiertes Festival mit Musik und Workshops

Vom 22. bis 25. August findet auf dem Zeltplatz Stöcklewald in St. Georgen im Schwarzwald das AMS Camp statt. Neben Camping und Musik bietet das von den Besucherinnen und Besuchern selbstorganisierte Festival Theater und Diskussionsrunden.

Mit rund 500 Veranstaltungen besitzt Deutschland die größte Festivaldichte Europas. Durch ein reichhaltiges Kulturprogramm, Workshops, Vorträge und eine unschlagbare Lage mitten im Schwarzwald sticht das selbstorganisierte AMS Camp aus der Masse heraus. Kommendes Wochenende geht das links-alternative Festival in die zehnte Runde.

"Wir wollen nicht, dass die Leute nur wegen der Musik, sondern auch aufgrund der Inhalte kommen", erklärt Magdalena Schweizer, die das AMS Camp zusammen mit Jugendfreunden veranstaltet. Deshalb wird das Line-Up nicht im Vorfeld angekündigt. Besucherinnen und Besucher können sich dennoch auf eine Qualität wie in den vergangenen Jahren freuen, wo Künstler wie Sookee, Deutsche Laichen und Käptn Peng auf der Bühne standen. Wichtig sei dabei ein ausgewogenes Verhältnis zwischen weiblichen und männlichen Gruppen.

120 Helferinnen und Helfer
Neben Musik und Theaterstücken gehören die Workshops und Vorträge zum Herzstück des Camps. Diese drehen sich um Themen wie Geschlechterverhältnisse, Konsumkritik und Klimapolitik. Wer mit einem Besuch vor den trockenen Uni-Vorlesungen flüchten wollte, muss sich nicht abgeschreckt fühlen: "Das Camp soll sich nicht wie Arbeit, sondern wie Freizeit anfühlen", beruhigt Magdalena. "Wir wollen, dass Menschen kommen, die sich für solche Themen interessieren, aber man muss keinerlei Vorbildung mitbringen."

1.000 Gäste erwarten Magdalena und ihr Team, das sich aus rund 120 Helferinnen und Helfern zusammensetzt. 2009, als sie das AMS Camp erstmals veranstalteten, kamen 80 Menschen. Magdalena erzählt von den Anfängen. In ihrer Heimatgemeinde Simmersfeld nahe Calw organisierte sie mit Freunden Konzerte im dortigen Kulturhaus: "Als wir alle für das Studium weggegangen sind, wollten wir trotzdem weitermachen." Der Name AMS stammt vom Kino "Mond & Sterne", das sich ebenfalls im Kulturhaus befindet. Mittlerweile steht das Akronym aber für vieles: Beispielsweise für "Am Steilhang" als Spitzname für eine der Konzertbühnen.

Das unkommerzielle Festival kann selbstverantwortlich mitgestaltet werden. "Alle Besucher sollen ein bis zwei Schichten übernehmen", erklärt Magdalena die Idee dahinter. Vom Schnippeln der Essenszutaten bis zum Getränkeverkauf bedeutet das alles. Dafür wird auch kein Eintritt verlangt. Spenden, die sich zwischen 25 und 40 Euro bewegen, seien für den Fortbestand des Camps allerdings wichtig. Ausschließen möchten sie trotzdem niemanden, wie Magdalena weiter ausführt: "Wenn jemand nur einen solidarischen Euro bezahlen kann, ist das voll in Ordnung."

Überhaupt läuft auf dem AMS Camp vieles anders als auf den üblichen Festivals. So können sich die Campenden über fest installierte Klos und Duschen freuen. Aber auch für eine gesunde Verpflegung wird gesorgt. "Bei uns macht sich niemand seine Raviolidose auf", sagt Magdalena. Stattdessen gibt es dreimal täglich veganes Essen mit regionalen Bioprodukten. Dass das AMS Camp trotzdem wert auf Festivalstimmung legt, zeigt das Motto der Punxpalast-Bühne: "Konterbier statt Morgenyoga." Das sei ein Witz mit ernstem Hintergedanken: "Wir machen Politik und Kultur, aber definitiv keine esoterischen Morgenkreise."

Web: amscamp.de

"Wenn jemand nur einen solidarischen Euro bezahlen kann, ist das voll in Ordnung." Magdalena Schweizer

Veröffentlichungsdatum: 
Mittwoch, 21. August 2019 - 17:00
Autor: 
Fudder.de
bild: 
In St. Georgen im Schwarzwald beginnt am Donnerstag das AMS Camp Foto:AMS Camp